Dirk Nienhaus

Der 38-jährige Schweinehalter Dirk Nienhaus lebt mit seiner Frau und den beiden Töchtern auf dem Familienbetrieb in Bocholt im Kreis Borken. Die Geschichte des Bauernhofes reicht mehrere Jahrhunderte zurück, die Tafel  an einer Hofstelle datiert das Gebäude auf das Jahr 1881. Dirk Nienhaus ist selbst seit 2006 Betriebsleiter auf dem Hof.

Mehr Zeit für's Tier


Auf dem Bocholter Hof hält Dirk Nienhaus 250 Sauen, zieht deren Ferkel in seinen Ställen auf und mästet die Schweine später, bis sie schließlich ihr Schlachtgewicht erreichen. 90 Mastbullen werden ebenfalls auf dem Betrieb gehalten. Der Ackerbau des Betriebes erfolgt auf einer Fläche von insgesamt 110 Hektar, auf denen Kartoffeln, Getreide und Mais gedeihen. Während die Kartoffeln – verarbeitet zu Pommes und Chips – über den Einzelhandel vertrieben werden, dienen Getreide und Mais als Futtermittel für die eigenen Tiere. So wirtschaftet der Hof Nienhaus im geschlossenen System, und produziert zudem durch eine Solaranlage eigenen Strom. Aktuell beschäftigt sich Dirk Nienhaus mit dem Aufbau einer Direktvermarktung für das eigene Fleisch und baut auf einem Hektar Dinkel und Emmer für eine örtliche Bäckerei an.

Zur Zeit ist der bürokratische Aufwand für den Betrieb ein großes Thema. Viele Stunden verwendet der Landwirt mittlerweile täglich auf die Büroarbeit. Denn die Tiergesundheit, Tierzahlen, Schlachtgewichte, Fütterung und Anbauflächen müssen alle für sich sehr genau und detailliert dokumentiert werden. Regelmäßige Überprüfungen des Betriebes durch Behörden und Veterinäre inklusive, die ebenfalls viel Zeit „rauben“, die der Landwirt gerne im Stall bei seinen Tieren verbringen würde. „Mehrmals täglich müssen Fütterung und Befinden unserer Tiere überprüft werden. Morgens um acht Uhr starte ich mit einem ersten Stallrundgang. Unsere vier Mitarbeiter tragen ebenfalls Sorge für das Wohl der Tiere. Ich selbst würde gern noch mehr mit den Tieren arbeiten, aber auch die Büroarbeit erfordert einen enormen Zeitaufwand“, sagt der 38-jährige Landwirt. Aktuell bemüht sich der Landwirt trotz der Dokumentationspflichten darum, mit modernen Programmen und Verfahren, die Büroarbeit zu minimieren, um mehr Zeit für seine liebsten Tätigkeiten zu haben: „Die Arbeit mit den Tieren im Stall, die Beschäftigung mit der hoch technologisierten Landtechnik und die Arbeit an der frischen Luft waren es, die mich für den Beruf des Landwirts begeistert haben.“