Reduktion des Düngemittel-Einsatzes


Mit der Tierhaltung verbunden ist der Anfall von Nährstoffen aus den Ausscheidungen der Tiere. In der Schweinehaltung fallen diese Nährstoffe überwiegend in Form von Gülle und zu geringeren Anteilen in Form von Mist und Jauche an. Gülle und Mist werden allgemein unter dem Begriff Wirtschaftsdünger zusammengefasst.

Anfallende Wirtschaftsdünger dienen im Pflanzenbau als bedeutende Düngemittel. Sie liefern nicht nur essentielle Nährstoffe wie z. B. Stickstoff und Pflanzenbau, sondern tragen auch in erheblichem Maße zur Humusversorgung der Böden bei. Das Aufbringen von Wirtschaftsdünger kann den Einsatz so genannter Mineraldünger ersetzen, was wiederum die Einsparung von Energie und Treibhausgasen zur Folge hat.

Insbesondere die Stickstoffdüngung steht wegen Nitrateinträgen in das Grundwasser in der Kritik. Gleichzeitig fallen Wirtschaftsdünger in Westfalen-Lippe in den einzelnen Regionen in unterschiedlicher Höhe an. In etlichen Betrieben - vor allem in den stark durch Viehhaltung geprägten Regionen -hat sich ein Ungleichgewicht zwischen dem Nährstoffanfall aus der Tierhaltung oder Biogaserzeugung und der vorhandenen Fläche eingestellt. Diese Betriebe sind verpflichtet, überschüssige Nährstoffe an aufnahmefähige Betriebe abzugeben. Ein wichtiger Schritt des Leitprojekts ist es, die Nährstoffbörse NRW zu stärken. Die Nährstoffbörse NRW führt abgebende und aufnehmende Betriebe zusammen und schafft eine betriebsscharfe Dokumentation der Nährstoffe.

Darüber hinaus gilt es in dem Leitprojekt, die Düngung insgesamt zu verbessern. Eine in der Höhe und der Zeit an den Pflanzenbedarf und die Bodenart angepasste Anwendung von Düngern verbessert die Bodenfruchtbarkeit bei gleichzeitiger Schonung der Umwelt. Durch moderne Technik und wissenschaftliche Erkenntnisse ergeben  sich Einsparpotenziale an Düngemitteln. Diese Erkenntnisse müssen vertieft und in der landwirtschaftlichen Praxis umgesetzt werden.