Ringelschwanz-Projekt


Das Kupieren der Ferkelschwänze steht in der Kritik. Um das Risiko für das Auftreten von Schwanzbeißen zu reduzieren, werden in der Praxis routinemäßig die Schwänze von unter vier Tage alten Ferkeln kupiert, d.h. gekürzt. Schwanzbeißen ist eine Verhaltensstörung, die von einer Vielzahl unterschiedlicher Faktoren ausgelöst werden kann.

Der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband hat sich bereits im Februar 2014 gemeinsam mit dem Rheinischen Landwirtschaftsverband (RLV) und NRW-Landwirtschaftsminister auf eine Erklärung zum Verzicht auf das routinemäßige Kürzen von Schwänzen bei Schweinen geeinigt. Durch das Ringelschwanz-Projekt haben Landwirte mit einem „begleiteten Ausstiegsszenario“ versucht, Möglichkeiten zum Verzicht auf das Schwanzkürzen von Schweineschwänzen zu finden.

Der Betrieb von Heinz-Georg Hartmann in Amelsbüren war einer von 15 Pilotbetrieben in NRW, die an dem Ringelschwanz-Projekt teilgenommen haben und Erfahrungen mit Langschwanz-Schweinen sammeln konnten. „In insgesamt drei Jahren haben 1.000 Schweine aus unserem Betrieb am Projekt teilgenommen. Es war beeindruckend, das veränderte Verhalten dieser Schweine zu beobachten. Sie sind besonders zugänglich, brauchen aber auch viel mehr Aufmerksamkeit. Veränderungen der Futterzusammensetzung oder auch der Wetterbedingungen können umgehend Auswirkungen auf diese Tiere haben, mitunter fangen sie dann an, einander an den Schwänzen zu beißen“, berichtet der Amelsbürener Landwirt von seinen Erfahrungen mit den Ringelschwanz-Schweinen.

Der Tierhalter hat sich vor Projektbeginn einem Betriebscheck unterzogen. Die Tiere erhalten im Rahmen des Ringelschwanz-Projektes zusätzliches Futter wie beispielsweise Luzerne-Heu. Die Bereitstellung von organischem Beschäftigungsmaterial ist ein weiterer Faktor, der zur Vorbeugung von Schwanzbeißen eingesetzt wird. 

Landwirt mit richtig viel Herz


Heinz-Georg Hartmann
Der Landwirt aus aus Amelsbüren setzt sich dafür ein, Möglichkeiten zu finden, auf das Ringelschwanz-Kupieren bei Ferkeln zu verzichten.